Gottesdienste September 2010

August 31st, 2010

Sonntag     05. Sept.     10.00 Uhr     Abendmahlsgottesdienst
                                                          
Pastor Sauerberg

Sonntag     12. Sept.     10.00 Uhr     Predigtgottesdienst
                                                          - “Eine-Welt-Stand” und Kirchenkaffee
                                                         
Pastorin Caesar

Sonntag     19. Sept.     10.00 Uhr     Predigtgottesdienst
                                                          Partnerschaftsgottesdienst
                                                         
in diesem Gottesdienst soll der besonderen
                                                          Verbundenheit mit unserer Partnergemeinde
                                                          Nkondo in Tansania gedacht werden
                                                          Pastorin Caesar und Thea Ascheberg

Sonntag     26. Sept.     10.00 Uhr    Predigtgottesdienst
                                                        
Pastor Sauerberg

Donnerstag  30. Sept.  09.15 Uhr     Gottesdienst zum Erntedank
                                       und            der Kindergartenkinder
                                     14.15 Uhr     Pastorin Caesar

Rede zur Eröffnung der Kulturnacht 2010.

August 30th, 2010

 

Liebe Zuhörer,

Kultur ist ein Spiegel der Gesellschaft.

Sie ist der Versuch, dem menschlichen Leben auch ästhetisch und in formaler Gebundenheit eine Gestalt zu geben. Wenn ich unsere Katze beobachte, wie sie ihrem Leben Gestalt gibt, so beschränkt sich das auf Jagen, auch in spielerischer Form, fressen, Schlafen und dem Genuss von menschlicher Zuwendung ab und zu. Ihr genügt das.

Selbst dem schlichtesten Gemüt unter uns Menschen genügt das nicht. Immer kommt dazu Musik, wenn vielleicht auch in sehr schlichter Form, immer kommt dazu Malen, und seien es nur Kritzelbilder und Logos, immer kommt dazu Spiel, und sei es das einfache Spiel mit dem Mobiltelefon, immer kommt dazu Ästhetik, und sei es nur die Verzierung des Autos, immer kommt dazu das Element des Schauspiels, und sei es die Selbstinszenierung durch den Auftritt in bestimmter Kleidung. Immer kommt dazu das Moment der Religion, und sei es nur die Engelsfigur auf dem Wohnzimmerschrank oder die DVD Sammlung mit Schwarzeneggerfilmen, Arnie ist ja die Inkarnation des gerechten Gottes, der ohne wenn und aber und ohne viel Gelaber die Guten schützt und die Bösen abstraft.

Menschsein ohne kulturelle Äußerungen gibt es nicht.

Menschsein ist jedoch nicht statisch.

Es gibt wohl menschliche Grundkonstanten, die Sigmund Freud in seiner Trieblehre ganz gut beschrieben hat und die von Neurobiologen wie Singer oder Roth mehr und mehr auch naturwissenschaftlich bestätigt werden.

Aber dazu kommen vor allem im ästhetischen Bereich eine Menge Variablen. Diese Variablen entstehen aus der Verschiedenheit der Moral und Wertvorstellungen von Gesellschaften. Nehmen wir mal das eher puritanisch geprägte, durch starke Eingrenzung des Sexuellen geformte empfinden der USA und die daraus resultierende Ästhetik des „Big is beautiful.“ Inkl. Waffenkult. Oder die so ganz andere, von wenigen aber strengen Tabus geprägte Gesellschaft der Südsee mit ihrer blumigen Ästhetik und gleichzeitig einer Ästhetik der furchterregenden Fratzen, in denen das, was nicht sein darf gebannt ist.

Und wo sind wir heute? Everything goes? Nein, glaub ich nicht. Es gibt Dinge, die macht man heute nicht mehr oder ganz anders. Nehmen wir diese Kirche als Ausdruck der Ästhetik und der Kultur bürgerlichen Empfindens des 19. Jahrhunderts. Farb und Materialauswahl wirken gediegen. Etwas Gold, aber sparsam, nicht protzen. Protestanten protzen nicht. Klare Ausrichtung, formierte Gesellschaft, oben der Rat und die Kapitäne, das Volk unten, alles blickt zur Kanzel, dem Lehrstuhl und der moralischen Instanz der Stadt. Der Altar ist nicht so wichtig. Heute würde man halbrund bauen. Ausrichtung zum Altar im Halbkreis. Amphitheater-Ästhetik. Kanzel wäre ein Pult ebenerdig an der Seite. Statt Bänke würde man Bestuhlung wählen, flexibel muss es sein. Variabel. Farbwahl, Wahl der Hölzer: man wäre deutlich experimentierfreudiger, es muss nicht vornehm-gediegen wirken, sondern den Himmel oder unsere Himmelsfantasien bedienen. Wellness Anklänge würden durchaus Beachtung finden, Geruchsschalen evtl. Spielereien mit Licht oder Wasser wären nicht undenkbar.…Ganz anders das Mittelalter, als dieses Haus gebaut wurde. Keine Stühle und Bänke, hier geht man nicht zur Lehrstunde und auch nicht zur „Ich tu mir mal was Gutes Andacht“, sondern zur Messe und zum Gebet. Altarraum erhaben, mit Gitter abgetrennt, nur zum Empfang der Hostie geöffnet. Unter der Altarplattform die Gräber der Würdenträger, so ist das Fegefeuer kurz und der Himmel frei. Kleine Heiligen Altäre in den Ecken für das Alltagsgebet, die fünf Minuten für die Seligkeit hat auch der Ärmste immer übrig am Tag. Der Weg zum Altar vor dem Gitter wird bewacht von einem großen, sehr leidenden Christus, dessen Blut das Holz hinunterläuft. Der geschundene Mensch, so die Alltagserfahrung, kehrt in der Ästhetik wieder Bevor Du den Himmel betrittst, um die Hostie zu empfangen, gehst Du unterm Leid des Lebens hindurch. So war das Alltagsleben ja auch tatsächlich.

Drei Zeiten, drei verschiedene Lebenserfahrungen, drei verschiedene Ästhetiken, drei verschiedene Kulturen, und alles in einem Land.

Kultur ist ein Spiegel der Gesellschaft.

Und wo geht die Reise hin? Kulturell meine ich. Ästhetisch betrachtet.

Nun, sehen wir auf unsere Fußballnationalmannschaft, dann ahnen wir die Richtung.

Unsere Ästhetik wird bunter, spielerischer, östlicher, südlicher. Der Abschied von der Westfixierung nach dem zweiten Weltkrieg ist eingeläutet. Orientalische Harmonien sind uns heute in den Ohren nicht mehr fremd, die Ästhetik Moskauer Zwiebeltürme und Istanbuler Minarette spricht uns an. Und doch wird am Ende eine Liebe bleiben zum Geradlinigen. Am Ende, nach allen Haken und Ösen, muss der Ball ins Tor, am Ende muss das Auto fahren, am Ende muss die Musik taugen zum Hören und Tanzen, die Promenade zum Promenieren, das Gebäude zum Leben und das Buch zum Lesen taugen. Am meisten gefordert wird wohl die bildende Kunst sein, die sich kommentierend mit Streetview und Taliban, mit Gameshow und Shanghai, mit den Khediras auf dem Platz und den Khediras, die ihre Frauen verprügeln, auseinandersetzt. Es gibt da vor Allem im Bereich der Videoinstallationen und Klips Arbeiten von Künstlern, da bleibts Dir im Halse stecken. Übrigens findet ein guter Teil bildender Kunst schon heute nicht mehr in Galerien statt, sondern auf YouTube.

Und die Religion als Ausdruck der Kultur und Ästhetik?

Ich lehne mich mal aus dem Fenster. Amerikanischer Jesus-ist-Sieger-Fundamentalismus bleibt in Europa eine Randerscheinung. Uns fehlt da die puritanische Triebunterdrückung, um dafür einen Nährboden zu haben.

Sünde wird mehr und mehr begriffen werden als Gefühlskälte, der Begriff wird sein moralisch-bürgerlichen 19.Jahrhundertanstrich verlieren. Der Glaube wird mystischer werden und mehr und mehr begriffen werden als Hilfe zur Stärkung der Empfindsamkeit und Seelenkräftigung. Die Symbole und Gerüche kehren zurück, Tendenzen der griech. und russischen Orthodoxie werden auch im Evangelischen Einzug halten. Man wird nicht mehr zur Lehrstunde, sondern zum Erbauungserlebnis die religiösen Orte, nicht nur Kirchen- aufsuchen. Man wird auch keine Lehrpredigten mehr halten, sondern auch die religiöse Rede wird sich am YouTube Clip orientieren und Gefühle vermitteln wollen. Stichwort: Lehre zu Ostern nicht die Auferstehung, sondern gib ihnen Kraft zum Aufstehen. Lehre zu Weihnachten nicht die Menschwerdung Gottes, sondern schenk ihnen Menschlichkeit und erwecke in ihnen Gott.

Und jetzt verrate ich Ihnen noch ein Geheimnis: Alles ist immer anders und immer neu und alles ist im Wandel und alles war doch auch immer schon mal da. Der youtubeclip und das Mysterienspiel, der Glaube als Weg zur Empfindsamkeit und die Innigkeit mancher Gesangbuchlieder, und der Berliner Hofprediger Schleiermacher bezeichnete schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Religion als Gefühl und Geschmack fürs Unendliche und als zarte Provinz im menschlichen Gemüte. So schön kann es der Bremer Neurobiologie Roth nicht ausdrücken, aber er wird dem zustimmen.

Wir beginnen also nie bei Null und nie ohne Tradition. Auch in den anderen Bereichen der Kultur wird das ähnlich sein. Und das ist gut so.

Danke für ihre Aufmerksamkeit.

P.C. Sauerberg

Predigtreihe “Reich Gottes”

August 3rd, 2010

 

Liebe Leser, im Augustmonat werden P. Caesar und P. Sauerberg eine Themenpredigtreihe zum Thema “Reich Gottes” anbieten. Den Anfang wird  am 8.8.  P. Sauerberg mit einer Predigt über Mk.4, 26-29 machen: Das Reich Gottes und die selbstwachsende Saat.

Herzlich Willkommen dazu.

 

Sauerberg

Gottesdienste August 2010

Juli 29th, 2010

Sonntag     01. Aug.     10.00 Uhr     Abendmahlsgottesdienst
                                                        
Pastor Sauerberg

Sonntag     08. Aug.     10.00 Uhr     Predigtgottesdienst
                                                         Beginn Predigtreihe “Reich Gottes”
                                                        
- “Eine-Welt-Stand” und Kirchenkaffee
                                                        
Pastor Sauerberg

Sonntag     15. Aug.     10.00 Uhr     2. Gottesdienst zum Thema
                                                         “Reich Gottes”
                                                        
Pastorin Caesar

Sonntag     22. Aug.     10.00 Uhr     3. Gottesdienst zum Thema
                                                         “Reich Gottes”
                                                       
Pastor Sauerberg

Mittwoch    25. Aug.     09.00 Uhr     Einschulungsgottesdienst
                                                       
Pastorin Caesar und Pastor Sauerberg

Sonnabend  28. Aug.   18.00 Uhr     Kult(o)rnacht
                                                        Beginn Stadtkirche 

Sonntag     29. Aug.     10.00 Uhr    Einführungsgottesdienst
                                                        der Kindergartenkinder
                                                        4. Gottesdienst “Reich Gottes”
                                                       
Pastorin Caesar

Zum Sonntag

Juli 25th, 2010

Liebe Leser;

Gedanken am Sonntagmorgen.

In Duisburg werden Menschen tot getrampelt, die eigentlich eine lustige Partie feiern wollen. In Asien ertrinken Chinesen bei einer Überschwemmung wegen Regen. In Asien droht Nordkorea auch mal wieder mit der Atombombe. In Soundso fährt XY gegen den Baum und hinterlässt Frau und Kind….Schlagzeilen. Zeitungsüberschriften. Jede Woche etwas Neues. Wenn diese Zeilen erscheinen, dann sind die genannten Ereignisse schon wieder von gestern.

Gelesen, kurz betroffen gewesen vergessen, neues Thema. Zu schnell und zu viel für das Gefühlsleben.

Ich blättere im Gesangbuch. Gerhard Tersteegen. „Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten lass mich so still und froh Deine Strahlen fassen und Dich wirken lassen.“ „Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart…“Tersteegen mag ich. 1697 in Moers geboren. Früh Vater verloren. Mutter schickt ihn zur Schule. 1713 kommt er zum Schwager nach Mülheim an der Ruhr. Soll Kaufmann lernen. Er schmeißt 1719 alles hin. Lebt arm und einsam in Mülheim, verdient einige Groschen als Hutmacher und Bandweber. Die Welt, die Kaufmannswelt, das schnelle Rechnen, das Renommieren, das Verhandeln, das so tun als ob, der kleine Vorteil…all das stößt ihn ab. Stumpf und gefühlskalt wird man so, meint er. Dann lieber arm und als verschroben gelten, aber Gott fühlen, in der Seele, nicht Gott in den Himmel verbannen, wo er meine Kaufmannskreise nicht stört, sondern „wie die zarten Blumen…“. Ob Tersteegen immer glücklich war? Weiß ich nicht. Aber wer so Schönes dichtet, hat doch wohl zumindest glückliche Momente im Leben. Er stirbt am 3.4.1769 in Mülheim an der Ruhr.

-Einwurf: Was hat das mit den Schlagzeilen zu tun? - Das, das auch unser Leben uns abstumpft und gefühlskalt macht. Jeder Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben und jeder muss sehen, wo er bleibt. Und Gott ist im Himmel oder es gibt gar keinen.

-Also werden wie Tersteegen? Mystiker und Bandweber und bettelarm dabei?- Wohl nicht jedermanns Weg, diese Radikalität ist kein Allerweltsrezept. .-

Aber ?-

Ja, aber Gott suchen in sich, in der Seele, im Gefühlsleben. Wir die zarten Blumen…lass mich so still und froh…und Dich wirken lassen.“ Das hilft. -

Hilft wobei? Das macht weder XY noch irgendeinen ertrunkenen Chinesen wieder lebendig und schafft auch die Atombombe nicht aus der Welt. -

Und doch…und doch hilft es, Mensch zu bleiben und die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Die Sünde unserer Zeit heißt „Gefühlskälte“. So der Theologe Klaas Huizing (er stammt auch aus Tersteegens Gegend). Tersteegen fühlt und singt: „Ich bete an die Macht der Liebe…“

Ihrer Seele wünsche ich einen guten Sonntag,

Ihr Carsten Sauerberg

Gottesdienste Juli 2010

Juni 30th, 2010

Sonntag     04.Juli     10.00 Uhr     Predigtgottesdienst mit Abendmahl
                                                      und dem Kinderchor
                                                     
Pastor Dr. Mundhenk

Sonntag     11. Juli     10.00 Uhr     Seefahrergottesdienst
                                                      mit  dem Kirchenchor
                                                     
- “Eine-Welt-Stand” und Kirchenkaffee
                                                      Seemannspastorin Spiegelberg und
                                                      Pastorin Caesar

Sonntag     18. Juli     10.00 Uhr     Open Air Gottesdienst mit dem
                                                      Posaunenchor auf dem Hafenvorplatz
                                                      Pastor Sauerberg

Sonntag     25. Juli     10.00 Uhr    Gottesdienst mit 15 Minuten Orgelmusik
                                                     
Pastor i.R. Dr. Zengel und
                                                      Kantorin Czernitzki

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